Nach einer Androhung der Ratingagentur Moody’s, einige operative Einheiten der Dexia herabzustufen, ging der Kurs des Instituts auf Talfahrt. Gleichzeitig kam es zu Gerüchten, dass Dexia bei der Besorgung frischen Geldes Schwierigkeiten haben werde und womöglich die Kapitaldecke aufstocken muss. Zum Ende des Börsentages lag der Wert der Dexia-Aktien mehr als 10 % unter dem des Vortages.
Staatliche Eigentümer wiegeln ab
Aussagen des belgischen Finanzministers Reynders zufolge stünden die Regierungen Belgiens und Frankreichs hinter ihren Banken. Eine Hilfe für Griechenland bedeute gleichzeitig Hilfe für die belgischen und französischen Sparer. Luxemburgs Finanzminister versuchte mit dem Hinweis, dass man die Lage genau beobachte, ebenfalls zu beruhigen. Der eilig zu einem Krisengipfel zusammengetroffene Verwaltungsrat der französisch - belgischen Finanzgruppe war allenfalls um Schadensbegrenzung bemüht. Der Vorstandsvorsitzende der Dexia wurde von dem Gremium aufgefordert, geeignete Schritte zur Lösung der strukturellen Probleme der Bank vorzubereiten.
Diese sollte eigentlich gar nicht mehr vorhanden sein. Erst vor wenigen Monaten veröffentlichte das operative Management einen Kundenbrief, in welchem man sich selber lobte, die Risiken minimiert und die Kosten gesenkt zu haben. Das versetze das Institut in die Lage, sich auf die regulären Geschäftsbereiche zu konzentrieren. Die Weichen für die strategische Weiterentwicklung seien gestellt, der Liquiditätszugang sei dauerhaft gesichert.
Ungewisse Zukunft
Zu den Gerüchten über die Schaffung einer “Bad-Bank” äußerte man sich nicht, ebenso verhielt es sich mit Aussagen über eine eventuell geplante Kapitalerhöhung. Auch der Hinweis aus dem inneren Kreis der Bank, man werde unter Umständen einen Teilbereich der Credit Local verkaufen, wurde nicht kommentiert.
Nachdem der Verwaltungsrat bei seinem Zusammentreffen keinerlei Entscheidungen getroffen hat, darf über die Zukunft der Bank weiter spekuliert werden.
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