Die Euro-Schuldenkrise hält Politiker und Öffentlichkeit seit vielen Monaten in Atem. Staats- und Regierungschefs hasten von Gipfel zu Gipfel, die Probleme scheinen aber nicht abzureißen. Die folgenden drei Stufen sind ein Weg, die Schuldenkrise zu lösen.
Mehr Geld für Schuldenstaaten
Der dringendste Handlungsbedarf besteht bei der kurzfristigen Refinanzierung der am höchsten verschuldeten Euro-Staaten. Einige Länder drückt die Schuldenlast so stark, dass sie kurz vor dem Bankrott stehen. Weil sie als wenig zuverlässige Schuldner gelten, müssen sie enorme Zinsen bezahlen - was ihre Situation verschärft. Da private Geldgeber fehlen, halfen die europäischen Partnerstaaten als Bürgen aus. Doch diese kämpfen ebenfalls mit ihrer Schuldenlast. Daher ist zu erwarten, dass in absehbarer Zeit die Europäische Zentralbank dauerhaft als Geldgeber wird einspringen müssen. Die damit verbundene Geldmengenerhöhung wird die Zinsen im Euroraum senken - auch für Privatverbraucher.
Ohne Sparen geht es nicht
Es gibt keinen Staat in der Währungsunion, der in der Vergangenheit nicht über seine Verhältnisse gelebt hat. Mittelfristig führt an einem konsequenten Sparkurs der Euro-Staaten kein Weg vorbei, um den Teufelskreis aus steigender Verschuldung, sinkender Kreditwürdigkeit und damit erhöhter Zinslast zu durchbrechen. Das bedeutet: In den nächsten Jahrzehnten müssen Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet werden, die einzig dem Abbau der Altschulden dienen. Die Bürger müssen sich auf Einschnitte einstellen.
Die Krise an der Wurzel gepackt
Doch Europa wird noch einen bedeutenden Schritt weiter gehen müssen. Langfristig muss ein grundlegender Konflikt im Konstrukt der europäischen Währungsunion aufgelöst werden: Der Euro spannt eine gemeinsame Währung über Volkswirtschaften, die sich in Produktivität, Handelserfolg und Industriemix stark unterscheiden. Nur eine gemeinsame Wirtschaftspolitik kann eine einheitliche Währung rechtfertigen und die Tektonik des Euroraums vor immer neuen Erdbeben schützen.
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